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Der österreichische Pavillon

Der österreichische Pavillon der Biennale von Venedig wurde im Frühjahr 1934 nach Plänen von Josef Hoffmann (1870-1956) errichtet. Hoffmann war seit 1897 Gründungsmitglied der Wiener Secession und später der Wiener Werkstätte. Der Pavillon kann als eine Weiterführung der baulichen Idee des Secessionsgebäudes in Wien (Architekt Joseph Maria Olbrich) angesehen werden.

Die einfache Grundstruktur (regelmäßig rechtwinkelige Haupträume mit Oberlicht, Gegensatz zwischen den beiden Haupträumen für Malerei, den beiden grafischen Kabinetten und dem Skulpturenhof) wurde 1934 von der internationalen Presse als modern und zukunftweisend beurteilt. Es handelt sich um den ersten Pavillon der Biennale von Venedig, der von einem führenden Architekten der Moderne gestaltet wurde. Zugleich ist es Josef Hoffmanns letzter international rezipierte Bau.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Dritte Reich wurde der Pavillon auf den Biennalen von 1938, 1940 und 1942 nicht genutzt. Maler und Bildhauer aus Österreich, die mit dem NS-Regime kooperierten, stellten im deutschen Pavillon aus. 1944 und 1946 fiel die Biennale aus.

Von 1948 bis 1956 fungierte Josef Hoffmann als erster Nachkriegskommissär des österreichischen Beitrags zur Kunstbiennale in Venedig, der nun wieder im österreichischen Pavillon stattfand. Besonders der Beitrag von 1948, eine Konfrontation von Egon Schiele und Fritz Wotruba, zog international große Aufmerksamkeit auf sich.

In den 60er Jahren wurde der Pavillon durch Einzelmaßnahmen umgestaltet. Die Rollläden an den beiden Portalen wurden durch eine gläserne Flügeltür ersetzt. Am Portal des Innenhofs wurde die Dekoration von Ferdinand Kitt entfernt. Die klimatischen Einflüsse in Venedig trugen zur raschen Verschlechterung des baulichen Zustands bei.

Zum 50. Jahrestag der Errichtung des Pavillons im Jahr 1984 wurde er durch Hans Hollein im Sinn der ursprünglichen Raummasse und der Eingangssituation mit der Durchsicht in den Innenhof restauriert (parallel zur ersten großen Ausstellung zu "Wien um 1900" im Palazzo Grassi).

1972 begründeten die eingeladenen Künstler Hans Hollein und Oswald Oberhuber (Kommissär Wilfried Skreiner) die seit den 90er Jahren fast lückenlos fortgeführte Tradition, den Pavillon im Sinn eines raumkünstlerischen Konzepts zu behandeln und ihn für die Dauer der Biennale durch eine Installation zu verändern.

Der Pavillon befindet sich im Eigentum der Republik Österreich und wird von der Kunstsektion verwaltet. Der zuständige Minister (1997-2006 Staatssekretär) ernennt für jede Kunstbiennale einen Kommissär des österreichischen Beitrags, welcher seinerseits eine künstlerische Konzeption vorlegt.

Mit Herbert Brandl stellt 2007 zum ersten Mal seit 1988 wieder ein Maler im österreichischen Pavillon aus.

Künstler und Kommissäre der letzten 30 Jahre:

1978 Arnulf Rainer (Kommissäre Werner Hofmann und Hans Hollein)
1980 Valie Export und Maria Lassnig (Kommissäre Werner Hofmann und Hans Hollein)
1982 Walter Pichler (Kommissär Hans Hollein)
1984 Christian Ludwig Attersee (Kommissär Hans Hollein)
1986 Max Peintner (Kommissär Hans Hollein)
1988 Siegfried Anzinger (Kommissär Hans Hollein)
1990 Franz West (Kommissär Hans Hollein)
1993 Gerwald Rockenschaub mit Andrea Fraser und Christian Philipp Müller (Kommissär Peter Weibel)
1995 Coop Himmelblau, Peter Kogler, Richard Kriesche, Peter Sandbichler / Constanze Ruhm, Eva Schlegel, Ruth Schnell (Kommissär Peter Weibel)
1997 Die Wiener Gruppe (Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) (Kommissär Peter Weibel)
1999 Peter Friedl, Rainer Ganahl, Christine und Irene Hohenbüchler, Wochenklausur (Kommissär Peter Weibel)
2001 Granular Synthesis, Gelatin (Kommissärin Elisabeth Schweeger)
2003 Bruno Gironcoli (Kommissär Kasper König)
2005 Hans Schabus (Kommissär Max Hollein)
2007 Herbert Brandl (Kommissär Robert Fleck)

 

 


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Der österreichische Pavillon
Künstler und Kommissäre der letzten 30 Jahre
Wie entsteht ein Biennale-Pavillon? (Jan. 2007)
Was bringt ein Nationalpavillon? (Feuilleton, Februar 2007)
Geschichte des österreichischen Pavillons an der Biennale in Venedig (Feuilleton März/April 2007)
Herbert Brandl - Österreichischer Pavillon - 52. Internationale Kunstausstellung - La Biennale di Venezia


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Robert Fleck office@biennale07.at http://www.labiennale.org http://www.bmukk.gv.at/kunst Robert Fleck office@biennale07.at http://www.labiennale.org http://www.bmukk.gv.at/kunst