Liebe Kunstfreunde,
Einen Pavillon an der Biennale von Venedig vorzubereiten, ist eine große Ehre und Herausforderung. Immer wieder wird die durchaus berechtigte Frage gestellt, ob Nationalpavillons überhaupt noch zeitgemäß seien. In diesem Newsletter finden Sie dazu weiterführende Überlegungen. Unsere Webseite bietet zugleich eine Reportage über die Vorbereitungen im Pavillon mit Herbert Brandl und dem dänischen Architekten Troels Bruun, sowie das Interview, das Hans Ulrich Obrist, heute Programmdirektor der Serpentine Gallery in London, im Jahr 2002 mit Herbert Brandl führte. Sie finden hier auch Texte von Julian Heynen, David Moos, Achille Bonito Oliva, Peter Pakesch und Martin Prinzhorn.
Besonders hinweisen möchte ich Sie auf die neu eingerichtete Möglichkeit, sich für die Eröffnungstage der Biennale von Venedig anzumelden, und zwar direkt auf der Webseite der Biennale. Einzelheiten in diesem Newsletter und auf www.biennale07.at.
Mit freundlichen Grüßen,
Robert Fleck
Wohl jeder Besucher der Biennale von Venedig war schon einmal vom Charme der Pavillons, die in den Giardini der Biennale und teilweise auch in der übrigen Stadt verteilt sind, und dem ungewöhnlichen Umstand hin und her gerissen, dass hier plötzlich eine Ausstellung und die Repräsentation eines Landes eine Verbindung eingehen. Nationalpavillons gibt es in dieser Form – was Ausstellungen zeitgenössischer Kunst betrifft – nur bei der Biennale von Venedig.
Was soll man davon halten? Sind die Nationalpavillons eine einmalige und zugleich nicht nachahmbare Erfindung, wie Künstler und Kuratoren, die einen dieser Pavillons bespielen durften, immer wieder meinen? Oder handelt es sich um ein anachronistisches Relikt aus dem europäischen Nationalismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie die Kunstkritik seit den frühen 60er Jahren schreibt? Sind die Länderpavillons in Venedig gar reaktionäre Faktoren, die nationale Gefühle in einer Zeit am Leben erhalten, in der die Kunst mit globalen Fragestellungen umgeht? Diese Frage wird im bevorstehenden Kunstsommer den Gegensatz zwischen der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel ausmachen.
mehrAnläßlich seiner Retrospektive in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz im Jahr 2002 sprach Hans Ulrich Obrist mit Herbert Brandl über das Bildermalen und das Verhältnis zur Umwelt.
mehrDie Biennale von Venedig hat ein neues Service zur Akkreditierung von Professionals für die Eröffnungstage eingerichtet. Künstler, Direktoren und Kuratoren von Museen, Lehrer, Sammler, Galeristen und Repräsentanten von kulturellen Einrichtungen können ihre Anfrage auf Zusendung einer Einladung für die Eröffnungstage auf der Website an die Biennale richten:
http://www.labiennale.org/en/news/art/en/71580.html
Achtung: die Anfrage muss bis 30. April erfolgen!